20 Lire Sardinien, Karl Albert — 5,81 g Feingold, geprägt 1831 bis 1849
Diese Zwanzig-Lire-Münze stammt aus dem Königreich Sardinien, dem Staat des Hauses Savoyen, aus dem drei Jahrzehnte später das Königreich Italien hervorging. Geprägt wurde sie unter Karl Albert, der von 1831 bis 1849 regierte. Sie enthält 5,81 g Feingold bei einem Feingehalt von 900/1000, wiegt insgesamt 6,45161 g und misst rund 21 mm.
Der Vorläufer der italienischen Lira
Die Lira als Rechnungseinheit wurde 1807 vom napoleonischen Königreich Italien im Gleichstand mit dem französischen Franc eingeführt. Die italienischen Einzelstaaten — darunter Sardinien — übernahmen diese Einheit. Als sich 1861 das Königreich Italien bildete, musste an Gewicht und Feingehalt nichts geändert werden.
Deshalb enthält eine sardische Zwanzig-Lire-Münze aus der Zeit vor der Einigung genauso viel Gold wie eine italienische aus der Zeit danach — und genauso viel wie ein französischer, belgischer oder Schweizer Zwanziger.
Technische Daten
| Merkmal |
Wert |
| Feingoldgehalt |
5,81 g |
| Feingehalt |
900/1000 |
| Gesamtgewicht |
6,45161 g |
| Durchmesser |
21 mm |
| Nennwert |
20 Francs |
| Standard |
Franc germinal, ab 1866 Lateinische Münzunion |
Avers
Der Avers zeigt das Bildnis Karl Alberts von Savoyen. Seine Regierungszeit endete 1849 mit der Abdankung zugunsten seines Sohnes Viktor Emanuel II. — desselben Herrschers, der 1861 erster König des geeinten Italien wurde. Wer beide Münzen nebeneinander legt, hat Vater und Sohn und den Übergang vom Königreich Sardinien zum Königreich Italien vor sich.
Revers
Der Revers trägt die Wertangabe in Lire zusammen mit dem Wappen des Hauses Savoyen — demselben Wappen, das später auf den Münzen des geeinten Italien erschien.
Was diese Münze ausmacht
- Aus dem Königreich Sardinien, dem Vorläuferstaat des heutigen Italien.
- Prägezeit 1831 bis 1849, die Regierungszeit Karl Alberts.
- Älter als die Lateinische Münzunion, aber bereits nach demselben Standard.
- Gleiche 5,81 g Feingold wie jede Zwanzig-Francs- oder Zwanzig-Lire-Münze dieses Standards.
- Kleinere Auflagen als bei den französischen Stücken.
Worauf beim Kauf zu achten ist
Achten Sie auf die Zuordnung: Sardinische Prägungen sind nicht dasselbe wie die späteren italienischen, auch wenn Gewicht und Feingehalt übereinstimmen. Stücke aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigen fast immer Gebrauchsspuren; das ist normal und mindert den Goldgehalt nicht. Der Aufschlag auf den Materialwert fällt bei selteneren Prägungen höher aus als bei den verbreiteten französischen Zwanzigern.
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Münzen desselben Standards im Vergleich
| Münze |
Zeitraum |
Feingold |
Feingehalt |
| 20 Francs Frankreich, Ludwig XVIII. |
1814–1824 |
5,81 g |
900/1000 |
| 20 Francs Frankreich, Louis-Philippe I. |
1830–1848 |
5,81 g |
900/1000 |
| 20 Francs Frankreich, Napoleon III. mit Lorbeer |
1861–1870 |
5,81 g |
900/1000 |
| 20 Francs Belgien, Leopold I. |
1831–1865 |
5,81 g |
900/1000 |
| 20 Lire Italien, Viktor Emanuel II. |
1861–1878 |
5,81 g |
900/1000 |
Häufige Fragen
Wie viel Gold enthält die Münze?
5,81 g Feingold bei einem Feingehalt von 900/1000 und einem Gesamtgewicht von 6,45161 g.
Was war das Königreich Sardinien?
Der Staat des Hauses Savoyen, aus dem 1861 das Königreich Italien hervorging. Karl Albert regierte dort von 1831 bis 1849.
Warum hat die Münze dasselbe Gewicht wie ein französischer Zwanziger?
Weil die Lira 1807 im Gleichstand mit dem französischen Franc eingeführt und von den italienischen Staaten übernommen wurde.
Gehört sie zur Lateinischen Münzunion?
Sie ist älter als die Union von 1865, entspricht aber bereits deren Standard. Die Union übernahm das Gewicht, das schon vorher galt.
Was folgte auf Karl Albert?
Sein Sohn Viktor Emanuel II., der 1849 den Thron bestieg und 1861 erster König des geeinten Italien wurde.
Sind Gebrauchsspuren üblich?
Ja. Es handelt sich um Umlaufmünzen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.