20 Francs Frankreich, Ludwig XVIII. — 5,81 g Feingold, geprägt 1814 bis 1824
Diese Zwanzig-Francs-Münze entstand nach dem Sturz Napoleons, unter dem restaurierten König Ludwig XVIII. Sie enthält 5,81 g Feingold bei einem Feingehalt von 900/1000, wiegt insgesamt 6,45161 g und misst 21 mm. Erste Prägung: 1814.
Technische Daten
| Merkmal |
Wert |
| Feingoldgehalt |
5,81 g |
| Feingehalt |
900/1000 |
| Gesamtgewicht |
6,45161 g |
| Durchmesser |
21 mm |
| Nennwert |
20 Francs |
| Standard |
Franc germinal, ab 1866 Lateinische Münzunion |
Ein Gewicht, viele Länder
Die Zwanzig-Francs-Münze folgt einem Standard, den Napoleon 1803 für den französischen Goldfranc festlegte: 6,45161 g Gesamtgewicht, Feingehalt 900, 21 mm Durchmesser — also 5,81 g Feingold. Am 23. Dezember 1865 übernahmen Frankreich, Belgien, Italien und die Schweiz diesen Standard im Vertrag über die Lateinische Münzunion, die am 1. August 1866 in Kraft trat. Griechenland trat 1867 bei; weitere Länder übernahmen den Standard, ohne Mitglied zu werden, darunter Finnland 1877, Serbien 1878 und Bulgarien 1880.
Praktisch heißt das: Ein französischer Napoleon, ein belgischer Leopold, eine italienische Lira-Münze und ein Schweizer Vreneli enthalten dieselbe Menge Gold und wurden im Zahlungsverkehr gegeneinander getauscht. Für Käufer heute ist das der Grund, warum diese Stücke als eine Gruppe gehandelt werden. Der Erste Weltkrieg beendete die Union in der Praxis; formal bestand sie bis 1927.
Avers
Der Avers zeigt das uniformierte Brustbild Ludwigs XVIII. mit der Umschrift LOUIS XVIII ROI DE FRANCE — König von Frankreich. Die Titulatur ist bemerkenswert: Ludwig XVIII. verstand sich als König von Frankreich, nicht als König der Franzosen. Sein Nachfolger Louis-Philippe I. kehrte diese Formel bewusst um.
Revers und Rand
Der Revers trägt die Wertangabe PIÈCE DE 20 FRANCS. Auf dem Rand steht die Devise DOMINE SALVUM FAC REGEM — „Herr, beschütze den König“. Auch daran lässt sich der Typ von späteren Prägungen unterscheiden: Unter Louis-Philippe und Napoleon III. lautete die Randschrift Dieu protège la France.
Was diese Münze ausmacht
- Erste französische Goldprägung nach dem Ende des Kaiserreichs, ab 1814.
- Gleiches Gewicht und gleicher Feingehalt wie alle späteren Zwanzig-Francs-Stücke.
- Randschrift DOMINE SALVUM FAC REGEM — nur bei diesem Typ.
- Titulatur ROI DE FRANCE statt ROI DES FRANÇAIS.
- Prägezeit von nur zehn Jahren.
Worauf beim Kauf zu achten ist
Historische Umlaufmünzen zeigen Gebrauchsspuren; das ist bei einem Stück aus der Zeit vor 1824 der Normalfall und ändert nichts am Goldgehalt. Prüfen Sie, ob die Umschrift ROI DE FRANCE lautet — Stücke mit ROI DES FRANÇAIS stammen von Louis-Philippe und gehören zu einem anderen Typ. Ein bestimmter Jahrgang oder eine bestimmte Prägestätte lässt sich nur zusichern, wenn das Angebot ihn ausdrücklich nennt. Der Aufschlag auf den reinen Materialwert liegt bei historischen Münzen über dem moderner Bullionmünzen.
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Münzen desselben Standards im Vergleich
| Münze |
Zeitraum |
Feingold |
Feingehalt |
| 20 Francs Frankreich, Ludwig XVIII. |
1814–1824 |
5,81 g |
900/1000 |
| 20 Francs Frankreich, Louis-Philippe I. |
1830–1848 |
5,81 g |
900/1000 |
| 20 Francs Frankreich, Napoleon III. mit Lorbeer |
1861–1870 |
5,81 g |
900/1000 |
| 20 Francs Belgien, Leopold I. |
1831–1865 |
5,81 g |
900/1000 |
| 20 Lire Italien, Viktor Emanuel II. |
1861–1878 |
5,81 g |
900/1000 |
Häufige Fragen
Wie viel Gold enthält die Münze?
5,81 g Feingold bei einem Feingehalt von 900/1000. Das Gesamtgewicht beträgt 6,45161 g, der Rest ist Kupfer.
Ist sie so viel Gold wert wie ein Napoleon oder ein Vreneli?
Ja. Alle Zwanzig-Francs-Münzen dieses Standards enthalten dieselben 5,81 g Feingold — unabhängig von Land und Herrscher.
Woran erkenne ich diesen Typ?
An der Umschrift LOUIS XVIII ROI DE FRANCE auf dem Avers und der Randschrift DOMINE SALVUM FAC REGEM.
Woher stammt der Standard von 6,45 g?
Von der französischen Münzordnung Napoleons aus dem Jahr 1803. 1865 übernahmen ihn Frankreich, Belgien, Italien und die Schweiz für die Lateinische Münzunion.
Sind Gebrauchsspuren ein Mangel?
Nein. Es handelt sich um Umlaufmünzen aus dem frühen 19. Jahrhundert; Spuren sind die Regel und mindern den Goldgehalt nicht.
Kann ich einen bestimmten Jahrgang wählen?
Nur wenn das Angebot ihn ausdrücklich nennt. Andernfalls wird aus dem vorhandenen Bestand geliefert.