20 Francs Frankreich, Louis-Philippe I. — 5,81 g Feingold, geprägt 1830 bis 1848
Diese Zwanzig-Francs-Münze stammt aus der Julimonarchie unter Louis-Philippe I. Sie enthält 5,81 g Feingold bei einem Feingehalt von 900/1000, wiegt insgesamt 6,45161 g und misst 21 mm. Erste Prägung: 1830.
Technische Daten
| Merkmal |
Wert |
| Feingoldgehalt |
5,81 g |
| Feingehalt |
900/1000 |
| Gesamtgewicht |
6,45161 g |
| Durchmesser |
21 mm |
| Nennwert |
20 Francs |
| Standard |
Franc germinal, ab 1866 Lateinische Münzunion |
Ein Gewicht, viele Länder
Die Zwanzig-Francs-Münze folgt einem Standard, den Napoleon 1803 für den französischen Goldfranc festlegte: 6,45161 g Gesamtgewicht, Feingehalt 900, 21 mm Durchmesser — also 5,81 g Feingold. Am 23. Dezember 1865 übernahmen Frankreich, Belgien, Italien und die Schweiz diesen Standard im Vertrag über die Lateinische Münzunion, die am 1. August 1866 in Kraft trat. Griechenland trat 1867 bei; weitere Länder übernahmen den Standard, ohne Mitglied zu werden, darunter Finnland 1877, Serbien 1878 und Bulgarien 1880.
Praktisch heißt das: Ein französischer Napoleon, ein belgischer Leopold, eine italienische Lira-Münze und ein Schweizer Vreneli enthalten dieselbe Menge Gold und wurden im Zahlungsverkehr gegeneinander getauscht. Für Käufer heute ist das der Grund, warum diese Stücke als eine Gruppe gehandelt werden. Der Erste Weltkrieg beendete die Union in der Praxis; formal bestand sie bis 1927.
Avers
Der Avers trägt die Umschrift LOUIS PHILIPPE I ROI DES FRANÇAIS — König der Franzosen, nicht König von Frankreich. Der Unterschied ist kein Zufall: Louis-Philippe kam 1830 durch die Julirevolution an die Macht und leitete seinen Anspruch vom Volk ab, nicht vom Gottesgnadentum. Sein Vorgänger Ludwig XVIII. hatte sich noch ROI DE FRANCE genannt.
Bei den Prägungen ab 1832 zeigt das Porträt einen lorbeerbekränzten Kopf; die frühesten Jahrgänge weichen davon ab.
Revers und Rand
Der Revers nennt schlicht den Wert 20 FRANCS. Die Randschrift lautet DIEU PROTÈGE LA FRANCE — „Gott schütze Frankreich". Sie löste die königliche Devise Domine salvum fac regem der Restauration ab und blieb später auch unter Napoleon III. in Gebrauch.
Was diese Münze ausmacht
- Prägezeit 1830 bis 1848 — die gesamte Dauer der Julimonarchie.
- Titulatur ROI DES FRANÇAIS: Anspruch vom Volk statt vom Gottesgnadentum.
- Ab 1832 lorbeerbekränztes Porträt.
- Randschrift DIEU PROTÈGE LA FRANCE.
- Gleicher Goldgehalt wie alle Zwanzig-Francs-Stücke dieses Standards.
Worauf beim Kauf zu achten ist
Achten Sie auf die Umschrift: ROI DES FRANÇAIS kennzeichnet Louis-Philippe, ROI DE FRANCE dagegen Ludwig XVIII. Beide Typen haben denselben Goldgehalt, sind aber verschiedene Münzen. Gebrauchsspuren sind bei Umlaufmünzen aus dieser Zeit die Regel und mindern den Goldgehalt nicht. Ein bestimmter Jahrgang lässt sich nur zusichern, wenn das Angebot ihn nennt; der Aufschlag auf den Materialwert liegt über dem moderner Bullionmünzen.
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Münzen desselben Standards im Vergleich
| Münze |
Zeitraum |
Feingold |
Feingehalt |
| 20 Francs Frankreich, Ludwig XVIII. |
1814–1824 |
5,81 g |
900/1000 |
| 20 Francs Frankreich, Louis-Philippe I. |
1830–1848 |
5,81 g |
900/1000 |
| 20 Francs Frankreich, Napoleon III. mit Lorbeer |
1861–1870 |
5,81 g |
900/1000 |
| 20 Francs Belgien, Leopold I. |
1831–1865 |
5,81 g |
900/1000 |
| 20 Lire Italien, Viktor Emanuel II. |
1861–1878 |
5,81 g |
900/1000 |
Häufige Fragen
Wie viel Gold enthält die Münze?
5,81 g Feingold bei einem Feingehalt von 900/1000, bei einem Gesamtgewicht von 6,45161 g.
Was bedeutet ROI DES FRANÇAIS?
König der Franzosen. Louis-Philippe kam 1830 durch die Julirevolution an die Macht und leitete seinen Anspruch vom Volk ab. Sein Vorgänger nannte sich noch König von Frankreich.
Tragen alle Jahrgänge dasselbe Porträt?
Nein. Die Prägungen ab 1832 zeigen einen lorbeerbekränzten Kopf; die frühesten Jahrgänge weichen davon ab.
Was steht auf dem Rand?
DIEU PROTÈGE LA FRANCE. Diese Devise löste die königliche Randschrift der Restauration ab.
Ist der Goldgehalt derselbe wie beim Napoleon?
Ja. Alle Zwanzig-Francs-Münzen dieses Standards enthalten 5,81 g Feingold, unabhängig von Herrscher und Land.
Sind Gebrauchsspuren üblich?
Ja. Es handelt sich um Umlaufmünzen aus dem 19. Jahrhundert; Spuren sind die Regel.