Goldlegierungen und Feingehalt
2026-05-26 12:45:00
Goldlegierungen und Feingehalt — 333, 585, 750, 999 — Was bedeuten die Punzierungen und was kostet ein Gramm Gold 2026?
Autor: Paweł Kucharzak, Edelmetall-Experte, GoldInvest24 | 26. Mai 2026
Lesezeit: 7–8 Minuten | Aktualisierung: Mai 2026
Ob Ehering, Erbschmuck oder Anlagebarren — auf jedem Goldprodukt findet sich eine Zahl: 333, 585, 750 oder 999. Diese Zahl gibt den Feingehalt des Edelmetalls an, also den Anteil reinen Goldes in der Legierung. Zwischen einem Gramm 333er Gold und einem Gramm 999,9er Feingold liegen rund 83 EUR Materialwert — eine Differenz, die beim Kauf wie beim Verkauf erhebliche Auswirkungen hat. Dieser Ratgeber erklärt das Legierungssystem, vergleicht metrische und Karat-Angaben, zeigt aktuelle Grammpreise je Feingehalt und hilft bei der Wahl der richtigen Legierung für den jeweiligen Zweck.
Feingehalt, Punze und Legierung — Grundlagen
Der Feingehalt eines Edelmetalls wird in Tausendstel (Promille, ‰) angegeben. Ein Feingehalt von 750 bedeutet: In 1.000 Gramm der Legierung sind 750 Gramm reines Gold und 250 Gramm Zusatzmetalle enthalten — typischerweise Kupfer, Silber oder Palladium, die Härte, Farbe und Verarbeitbarkeit beeinflussen.
In Deutschland ist die Punzierung (Feingehaltsstempel) gesetzlich geregelt. Das Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren schreibt vor, dass Edelmetallwaren nur mit dem tatsächlichen Feingehalt gestempelt werden dürfen. Der niedrigste in Deutschland anerkannte Goldfeingehalt ist 333‰ (8 Karat) — ein Standard, der in vielen südeuropäischen Ländern nicht als Gold gilt. In Frankreich und Italien beispielsweise liegt die Mindestanforderung bei 750‰ (18 Karat).
Parallel zum metrischen System existiert das Karat-System, das vor allem im angelsächsischen Raum und im Nahen Osten Verwendung findet. 24 Karat (24K) entsprechen reinem Gold. Die Umrechnung ist unkompliziert: Feingehalt = (Karat / 24) × 1.000. So ergibt 14K einen Feingehalt von 583,3‰, gerundet 585‰.
Übersicht: Goldfeingehalte von 333 bis 999,9
| Feingehalt (‰) | Karat | Reinheit | Verwendung | Materialwert/g* |
|---|---|---|---|---|
| 999,9 | 24K | 99,99 % | Anlagebarren, Anlagemünzen (Maple Leaf, Wiener Philharmoniker, Känguru) | ~125 EUR |
| 999 | 24K | 99,9 % | Anlagemünzen (Panda), Barren | ~125 EUR |
| 916,7 | 22K | 91,67 % | Anlagemünzen (Krugerrand, American Eagle, Sovereign) | ~115 EUR |
| 900 | 21,6K | 90 % | Historische Umlaufmünzen (20 Franken, Dukaten, Vreneli) | ~113 EUR |
| 750 | 18K | 75 % | Premium-Schmuck, Uhren, Trauringe in Südeuropa | ~94 EUR |
| 585 | 14K | 58,5 % | Meistverwendeter Schmuckstandard in Deutschland und Mitteleuropa | ~73 EUR |
| 375 | 9K | 37,5 % | Günstiger Schmuck, verbreitet in Großbritannien und Irland | ~47 EUR |
| 333 | 8K | 33,3 % | Preiswertester in der EU anerkannter Goldfeingehalt — besonders verbreitet in Deutschland | ~42 EUR |
*Materialwert des reinen Goldes bei einem Spotpreis von ca. 125 EUR/g (Mai 2026). Die Werte dienen der Orientierung und ändern sich mit dem Tagespreis. Aktuelle Kurse: Edelmetallkurse.
333er Gold — der deutsche Sonderweg
Deutschland ist einer der wenigen EU-Staaten, in denen 333er Gold (8 Karat) eine bedeutende Marktrolle spielt. Rund ein Drittel des in Deutschland verkauften Goldschmucks hat diesen Feingehalt — eine Besonderheit, die historisch gewachsen ist und auf das deutsche Goldwarengesetz zurückgeht, das bereits seit dem 19. Jahrhundert den Feingehalt 333 als zulässig anerkennt.
Für Käufer ist die Einordnung wichtig: 333er Gold enthält zwei Drittel Fremdmetalle und nur ein Drittel reines Gold. Die Legierung ist zwar robust und preisgünstig, verfärbt sich jedoch schneller als höhere Feingehalte und hat bei der Wiederverkaufswertermittlung deutliche Nachteile. Ein Gramm 333er Gold hat einen Materialwert von etwa 42 EUR — gegenüber 125 EUR beim Feingold 999,9. Der Ankaufspreis beim Goldankauf liegt typischerweise bei 90–95 % des Materialwerts, also rund 38–40 EUR pro Gramm.
In Frankreich, Italien und der Schweiz wird 333er Gold nicht als Goldware anerkannt — dort beginnt die Klassifizierung erst ab 750‰ (18K). Wer 333er Schmuck ins Ausland verkaufen möchte, muss mit erheblichen Abschlägen rechnen.
Was kostet ein Gramm Gold 585? Der Unterschied zwischen Schmuck und Anlage
585er Gold (14 Karat) ist der meistverkaufte Schmuckfeingehalt in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein Gramm dieser Legierung enthält 0,585 g reines Gold, was bei einem Spotpreis von rund 125 EUR/g einem Materialwert von etwa 73 EUR entspricht.
Beim Juwelier liegt der Endpreis allerdings deutlich höher — Verarbeitungskosten, Design, Marke und Einzelhandelsmarge ergeben Aufschläge von 80 bis 200 % auf den reinen Materialwert. Eine 585er Halskette mit 10 g Gewicht hat einen Goldwert von rund 730 EUR, kostet beim Juwelier aber häufig 1.200–1.800 EUR.
Im Vergleich dazu kostet ein Gramm Gold 999,9 als Anlagebarren etwa 128–135 EUR (Spotpreis plus Aufgeld von 2–5 %). Der entscheidende Unterschied zeigt sich beim Wiederverkauf: Während Schmuck beim Goldankauf nur 85–93 % des Materialwerts erzielt und die gesamte Verarbeitung verloren geht, lassen sich LBMA-zertifizierte Barren zu 97–99 % des Spotpreises weiterverkaufen. Die Ankauf-Verkauf-Spanne (Spread) beträgt am Anlagemarkt typischerweise 1–3 %, im Schmuckmarkt dagegen 20–40 %.
Silberfeingehalte — 800, 925 und 999
Silber folgt einem eigenen Feingehaltssystem mit anderen Schwerpunkten als Gold. Im deutschsprachigen Raum spielen historisch vor allem die Feingehalte 800 und 835 eine große Rolle — jahrzehntelang war dies der Standard für Silberbesteck und Tafelsilber in deutschen Haushalten.
| Feingehalt (‰) | Reinheit | Bezeichnung / Verwendung | Materialwert/g* |
|---|---|---|---|
| 999 | 99,9 % | Feinsilber — Anlagebarren und Anlagemünzen (Wiener Philharmoniker, Maple Leaf, Britannia) | ~2,16 EUR |
| 925 | 92,5 % | Sterlingsilber — Schmuck, Besteck, traditionelle britische Münzen | ~2,00 EUR |
| 835 | 83,5 % | Deutsches Tafelsilber, historischer Standard für Besteck und Gebrauchssilber | ~1,80 EUR |
| 800 | 80 % | Kontinentales Gebrauchssilber, ältere europäische Münzen | ~1,73 EUR |
*Materialwert bei einem Silber-Spotpreis von ca. 2,16 EUR/g (Mai 2026). Silber unterliegt in Deutschland der Differenzbesteuerung (§ 25a UStG) beim Erwerb von Anlagemünzen. Aktuelle Kurse: Edelmetallkurse.
Wer auf dem Dachboden oder im Nachlass Silberbesteck mit der Punzierung „835" oder „800" findet, hält kein wertloses Altmetall in Händen. Ein 60-teiliges Besteckset in 835er Silber mit einem Gesamtgewicht von 2,5 kg hat einen reinen Silberwert von rund 4.500 EUR (Mai 2026). Vor dem Verkauf empfiehlt sich eine Analyse mit einem XRF-Gerät, das den tatsächlichen Feingehalt zerstörungsfrei bestimmt — viele Händler bieten diesen Service kostenfrei an.
Auf dem Anlagemarkt ist ausschließlich Feinsilber 999 relevant. Alle großen Anlagemünzserien — Wiener Philharmoniker (Münze Österreich), Maple Leaf (Royal Canadian Mint), Britannia (Royal Mint), Känguru (Perth Mint) — werden in 999er Silber geprägt.
Warum wiegen 22-Karat-Münzen mehr als 24-Karat-Münzen?
Ein häufiges Missverständnis am Edelmetallmarkt betrifft das Verhältnis von Feingehalt und Gewicht bei Anlagemünzen. Der südafrikanische Krugerrand wiegt 33,93 g bei einem Feingehalt von 916,7‰ (22K). Der kanadische Maple Leaf wiegt 31,1035 g bei einem Feingehalt von 999,9‰ (24K). Beide Münzen enthalten exakt 1 Feinunze (31,1035 g) reines Gold.
Die Gewichtsdifferenz von 2,83 g beim Krugerrand ist Kupfer, das der Legierung ihre charakteristische rötliche Tönung und eine höhere Kratzfestigkeit verleiht. Am Markt werden beide Münzen auf Basis ihres Goldgehalts bewertet — nicht nach Gesamtgewicht. Das Aufgeld (Prämie über Spot) kann sich unterscheiden: Der Krugerrand, seit 1967 geprägt und weltweit die meistverkaufte Anlagemünze, genießt durch seine hohe Liquidität oft ein geringeres Aufgeld als neuere Münzserien.
Dasselbe Prinzip gilt für den American Gold Eagle (22K, 33,93 g, 1 oz Feingold) und den britischen Sovereign (22K, 7,98 g, 7,32 g Feingold). Der Sovereign ist im Vereinigten Königreich von der Capital Gains Tax (CGT) befreit — ein zusätzlicher Vorteil für britische Anleger.
Mehrwertsteuer auf Gold — wann entfällt die MwSt.?
Anlagegold ist in der gesamten Europäischen Union von der Mehrwertsteuer befreit. Die Rechtsgrundlage bildet die Richtlinie 2006/112/EG des Rates (Art. 344–356), umgesetzt in Deutschland durch § 25c UStG. Die Befreiung gilt für Goldbarren mit einem Feingehalt von mindestens 995‰ sowie für Goldmünzen, die nach 1800 geprägt wurden, einen Feingehalt von mindestens 900‰ aufweisen, in ihrem Herkunftsland gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren und deren Verkaufspreis den Goldwert um nicht mehr als 80 % übersteigt.
In der Praxis bedeutet das: Goldbarren der Feingehalte 999,9 und 999 sowie alle gängigen Goldanlagemünzen — Krugerrand, Maple Leaf, Wiener Philharmoniker, Britannia, Känguru, American Eagle, Panda — werden netto verkauft. Der Käufer spart die 19 % MwSt., die auf Goldschmuck (Feingehalte 333–750) regulär anfallen.
Silber, Platin und Palladium unterliegen dagegen grundsätzlich der MwSt. Bei Silberanlagemünzen kommt in Deutschland die Differenzbesteuerung nach § 25a UStG zur Anwendung, sofern der Händler die Münzen innerhalb der EU angekauft hat — der effektive MwSt.-Satz liegt dann bei ca. 7–9 % statt der regulären 19 %. Silberbarren werden hingegen mit dem vollen Satz von 19 % besteuert.
Feingehalt prüfen — Punze, Säuretest und XRF-Analyse
Beim Kauf von Edelmetallen — ob als Schmuck oder als Anlagegold — ist die Verifizierung des Feingehalts entscheidend. Drei Methoden haben sich in der Praxis etabliert.
Punzierung (Feingehaltsstempel) — In Deutschland muss jede als Gold verkaufte Ware den tatsächlichen Feingehalt als Stempelung tragen. Die Punze enthält die Zahl (z. B. 585 oder 750). Bei Anlagebarren treten an die Stelle der staatlichen Punze die Herstellerangaben: Raffineriename, Gewicht, Feingehalt, Barrennummer und LBMA-Zertifizierung — entweder direkt auf dem Barren geprägt oder als Sicherheitsverpackung (CertiPack, z. B. CertiPAMP von PAMP Suisse).
Säuretest (Strichprobe) — Die traditionelle Methode: Das Goldstück wird über einen Prüfstein (Lydit) gezogen, der Abrieb mit Prüfsäure benetzt. Löst sich der Strich nicht auf, entspricht das Gold mindestens dem getesteten Feingehalt. Die Genauigkeit liegt bei ±10‰, die Methode hinterlässt jedoch eine sichtbare Spur auf dem Prüfobjekt.
XRF-Spektrometrie (Röntgenfluoreszenzanalyse) — Das Standardverfahren bei professionellen Edelmetallhändlern und Scheideanstalten. Das Gerät analysiert die Legierungszusammensetzung zerstörungsfrei mithilfe von Röntgenstrahlung. Die Genauigkeit beträgt ±1–2‰. GoldInvest24 verifiziert sämtliche Ankäufe per XRF-Analyse.
585 vs. 999,9 — Schmuck oder Anlage?
| Kriterium | 585 (14K) — Schmuck | 999,9 (24K) — Anlage |
|---|---|---|
| Goldgehalt | 58,5 % | 99,99 % |
| Materialwert / Gramm | ~73 EUR | ~125 EUR |
| MwSt. | 19 % | Befreit (0 %) |
| Spread (Ankauf/Verkauf) | 20–40 % | 1–3 % |
| Liquidität | Lokal (Juwelier, Goldankauf) | Global (Händler, Börsen) |
| Kratzfestigkeit | Hoch (harte Legierung) | Gering (weiches Metall) |
| Hauptzweck | Tragen (Schmuck) | Werterhalt |
Die Tabelle verdeutlicht: 585er Gold eignet sich hervorragend für Schmuck, der getragen werden soll — die Kupfer-Silber-Legierung ist hart, kratzfest und ermöglicht verschiedene Goldtöne (Gelbgold, Roségold, Weißgold). Als Wertanlage ist es jedoch ineffizient: Der hohe Spread, die Mehrwertsteuer und der Verarbeitungsaufschlag bedeuten, dass beim Wiederverkauf erhebliche Verluste entstehen. Anlagebarren und Anlagemünzen in 999,9 bieten dagegen minimale Transaktionskosten und globale Handelbarkeit.
Goldankauf — aktuelle Grammpreise nach Feingehalt
Der Ankaufspreis für Altgold orientiert sich am Spotpreis und dem jeweiligen Feingehalt. Professionelle Händler zahlen je nach Menge und Form 90–97 % des enthaltenen Goldwerts.
| Feingehalt | Materialwert/g | Ankauf (~93 %)* | Ankauf (~97 %)** |
|---|---|---|---|
| 999,9 | 125 EUR | 116 EUR | 121 EUR |
| 750 | 94 EUR | 87 EUR | 91 EUR |
| 585 | 73 EUR | 68 EUR | 71 EUR |
| 375 | 47 EUR | 44 EUR | 46 EUR |
| 333 | 42 EUR | 39 EUR | 41 EUR |
*Typischer Einzelankauf (kleinere Mengen). **Großhandelsankauf oder bei Edelmetallhändlern (größere Mengen, reine Formen). Richtwerte Mai 2026 — aktuelle Preise hängen vom jeweiligen Goldkurs ab.
Ein LBMA-zertifizierter Barren 999,9 muss nicht eingeschmolzen werden und kann direkt an andere Händler weiterverkauft werden — der Ankaufspreis liegt bei 97–99 % des Spotpreises. Das ist der fundamentale Unterschied zwischen Anlage- und Schmuckgold: Am Anlagemarkt ist ein Goldbarren ein standardisiertes Handelsgut — vergleichbar mit einer Unze Gold an der COMEX oder der LBMA.
Den richtigen Feingehalt wählen — Entscheidungshilfe
Alltagsschmuck und Trauringe — 585 (14K) oder 750 (18K). Diese Legierungen verbinden Goldgehalt mit Alltagstauglichkeit. 585er Gold ist in Deutschland am verbreitetsten, 750er Gold bietet einen wärmeren, intensiveren Farbton und wird im Premium-Segment bevorzugt. Die Wahl zwischen Gelb-, Rosé- und Weißgold betrifft die Zusatzmetalle, nicht den Feingehalt.
Werterhalt und Vermögenssicherung — ausschließlich 999,9 (24K) als Anlagebarren oder Anlagemünzen. Gründe: MwSt.-Befreiung nach § 25c UStG, minimaler Spread, globale Liquidität, LBMA-Standardisierung und einfache Verifizierung. Nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist (§ 23 EStG) sind Veräußerungsgewinne aus physischem Gold zudem steuerfrei.
Geschenk zu besonderen Anlässen — Kleine Goldbarren (1 g, 2,5 g, 5 g) im zertifizierten Blister sind ein zeitloser Wertträger für Taufe, Konfirmation, Hochzeit oder Geburtstag. Der Wert wächst mit dem Goldpreis — im Gegensatz zu Bargeld, das durch Inflation an Kaufkraft verliert.
Diversifiziertes Edelmetallportfolio — Erfahrene Anleger kombinieren Gold (Stabilität, Kapitalschutz) mit Silberbarren und Silbermünzen (niedrigere Einstiegsschwelle, höhere Volatilität). Das Gold-Silber-Verhältnis (Gold/Silber Ratio) dient als Indikator für die relative Attraktivität beider Metalle.
FAQ — Häufige Fragen zu Goldfeingehalten
1. Ist 333er Gold echtes Gold?
In Deutschland und Österreich ja — 333‰ (8K) ist der niedrigste anerkannte Goldfeingehalt. Die Legierung enthält ein Drittel reines Gold und zwei Drittel Fremdmetalle. In Frankreich, Italien und der Schweiz gilt 333 nicht als Gold — dort beginnt die Klassifizierung bei 750‰ (18K).
2. Was bedeutet 750er Gold?
750er Gold (18 Karat) enthält 75 % reines Gold. Es ist der Standard für hochwertigen Schmuck in Südeuropa und der Schweiz. Die Legierung hat einen warmen, satten Goldton und ist korrosionsbeständiger als niedrigere Feingehalte, jedoch weicher als 585er Gold.
3. Warum ist Anlagegold mehrwertsteuerfrei?
Die EU-Richtlinie 2006/112/EG befreit Anlagegold von der MwSt., um den Goldmarkt als Anlageform nicht gegenüber Finanzprodukten zu benachteiligen. In Deutschland ist dies in § 25c UStG umgesetzt. Die Befreiung gilt für Barren ab 995‰ und Münzen ab 900‰, die bestimmte Kriterien erfüllen.
4. Was bekomme ich beim Goldankauf für 585er Gold?
Bei einem Spotpreis von rund 125 EUR/g beträgt der Materialwert eines Gramms 585er Gold etwa 73 EUR. Professionelle Ankäufer zahlen 90–95 % dieses Werts (65–69 EUR/g). Bei größeren Mengen oder reinem Schmelzgold können 95–97 % erzielt werden.
5. Enthält ein Krugerrand weniger Gold als ein Maple Leaf?
Nein — beide enthalten exakt 1 Feinunze (31,1035 g) reines Gold. Der Krugerrand (22K) wiegt mit 33,93 g mehr als der Maple Leaf (24K, 31,1035 g), weil seine Kupferlegierung zusätzliches Gewicht beiträgt. Die Bewertung am Markt erfolgt nach Goldgehalt, nicht nach Gesamtgewicht.
6. Wie überprüfe ich den Feingehalt meines Goldes?
Die zuverlässigste Methode ist die XRF-Analyse (Röntgenfluoreszenz) — zerstörungsfrei und auf ±1–2‰ genau. Professionelle Edelmetallhändler und Scheideanstalten bieten diesen Service an. Alternativ kann die Punzierung (Feingehaltsstempel) geprüft werden — in Deutschland muss jedes Goldprodukt den tatsächlichen Feingehalt tragen.
7. Sind Gewinne aus dem Verkauf von physischem Gold steuerpflichtig?
In Deutschland sind Veräußerungsgewinne aus physischem Gold nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist gemäß § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG steuerfrei. Wird innerhalb eines Jahres verkauft, unterliegt der Gewinn dem persönlichen Einkommensteuersatz — es gilt jedoch eine Freigrenze von 1.000 EUR pro Kalenderjahr (§ 23 Abs. 3 Satz 5 EStG).